Christelle Mas
Traductrice, Saga Vera Oy, agence de traduction en Finlande
Das Nahrungsmittel in seiner Aneignung wird nicht mehr länger als banales Objekt betrachtet, sondern als etwas dem Körper Fremdes. Im Verdauungsprozess unterliegt es zahlreichen Veränderungen und wird schließlich zu etwas Anderem. In seiner Einverleibung ruft es die Angst vor der Verwandlung hervor, die soweit gehen könnte, dass der Körper selbst verwandelt wird. In meiner Arbeit geht es darum, die Nahrung durch den Gebrauch verschiedener Medien zu verändern. So ensteht eine “Masse der Fantasmen”, vielleicht mit eigenem Bewusstsein, dem Menschen gegenüber böswillig wie ein Verschwörer. Da es sich dennoch um eine alltägliche Essware handelt, wird die Nahrung in meiner Arbeit zum Angstgenerator und Konfliktelement. Unter welchen Umständen kann das Intime gewalttätig werden?
Statt diesen vitalen Aspekt zu bekräftigen, möchte ich dem Nahrungsmittel durch meine Projekte einen störenden, ambivalenten Charakter verleihen. Mit Blick auf die Aktualität der genetisch veränderten Organismen und die sanitären Probleme der Lebensmitteltechnik, werfe ich die Frage auf, in welchem Maße der Körper mutieren kann. Wie kann ich ein Lebenssmittel verändern, damit es einen fiktionalen Charakter erhält? Bis zu welchem Punkt kann ich eine Verwandlung in Gang bringen?
